Solidarität mit der Baumbesetzung vor der Stralsunder Straße 47 in Greifswald

Aktivist:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung besetzten am 22. Februar 2021 symbolisch eine Linde in der Stralsunder Straße 47 in Greifswald. Sie protestieren damit gegen die in Greifswald besonders ausgeprägte Gentrifizierung, den Umbau in eine „Stadt der Reichen“ und den Abriss der historischen Gaststätte „Alte Flora“.

Die Gütze59 unterstützt die Besetzung und die Forderung nach einem „Recht auf Stadt“. Ebenso wie in anderen Städten spitzt sich die Lage auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt auch in Greifswald weiter zu: Steigende Mieten, Verdrängungsprozesse und eine Aufspaltung der Stadt in arm und reich sind die Folgen.

Wer daran konkret etwas verändern will, muss sich mit dieser Wirklichkeit auseinandersetzen. Investor:innen ohne Verantwortungsbewusstsein für stadträumliche und quartiersbezogene Konsequenzen sind dabei ebenso wenig hilfreich wie vermeintliche Beteiligungsstrategien, die Bürger:innen über die Verschlechterung ihrer öffentlichen Infrastruktur mitentscheiden lassen und selbst dann nicht umgesetzt werden. Es braucht kein Betongold, keine Wertsteigerungen, keine Spekulation mit Wohnraum, keine ästhetische Vereinheitlichung und auch keine Lippenbekenntnisse. Es braucht sozialen und bezahlbaren Wohnraum für alle und eine subversive, kollektive und solidarische Stadtgestaltung.

#AufBäumefürWohnräume

© ClimateJustice Greifswald:
https://twitter.com/climate4justice

Aktueller Stand – 12.01.2020

Unsere Gütze ! Gütze für Alle !

Nach langer Vorbereitung und fast einem halben Jahr Warten wurde uns endlich mitgeteilt, dass sich der Hauptausschuss der Bürger:innenschaft sich am 30. November 2020 für das Konzept unseres lit e.V. entschieden hat. Damit steht dem Verkauf des Hauses an uns nichts mehr im Wege.

Jubelschreie am Telefon, klirrende Sektgläser, Glückwunsch-Nachrichten, Erleichterung und Vorfreude – so sahen unsere Reaktionen aus, als wir erfuhren, dass wir in der Gütze nun endlich unseren Traum von einem selbstverwalteten Wohnprojekt verwirklichen können.

Wir freuen uns auch mit den Menschen, die schon lange in der Gützkower 59 wohnen und nun endlich eine sichere Perspektive haben, hier wohnen bleiben zu können.

Seit bald zwei Jahren versuchen wir unseren Wunsch nach selbstorganisiertem Wohnen in die Tat umzusetzen. Für uns als zukünftiges Wohnprojekt bedeutet Selbstorganisation zu einem etwas Politisches, zum anderen etwas Praktisches. Wir wollen Freiräume schaffen in denen Menschen ein solidarisches Miteinander nicht nur diskutieren, sondern das schöne Leben aktiv erproben. Wir wollen selbst darüber entscheiden für was unsere Miete verwendet wird, gemeinsam Kochen, miteinander Bauen, uns Aushelfen wenn die Kohle knapp wird und in Selbstverwaltung leben. 

Das Haus soll dabei nicht nur ein Ort für seine Bewohner:innen sein, sondern auch für das Viertel: 

In dem Haus wird es öffentliche Räume geben, die unkompliziert für die Nachbarschaft nutzbar sind. Wir wollen uns in stadtpolitische Diskussionen einmischen, uns mit der Nachbar:innenschaft vernetzen sowie die Verdrängung und Aufspaltung der Stadt in arm und reich kritisieren.

Greifswald ist eine lebendige Stadt, die von selbstorganisierten Initiativen lebt. Projekte wie das Antidiskriminierungsprojekt im alten Pariser, das Internationale Kultur- und Wohnprojekt IkuWo, das Wohn- und Werkstattprojekt Brinke 26 und das Kultur- und Initiativenhaus STRAZE zeigen wie wichtig Orte des Miteinanders, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung sind, die über die Grenzen des eigenen Gartenzauns hinausweisen. In einer Gesellschaft, die auseinanderdriftet und in der das Miteinander in den Hintergrund gerät und das Gegeneinander Aufwind hat, sind kollektive Organisationsstrukturen wichtiger denn je. 

Projekte wie unseres, entsprechen oft nicht gängigen Verwertungs- und Effizienzforderungen und wollen dies auch gar nicht. In unseren Projekten stehen nicht Rendite und Leistungsdruck im Vordergrund, sondern das Entwickeln und Leben von Formen des solidarischen Miteinanders. Solche Orte sind für Greifswald nicht nur wünschenswert, sondern unabdingbar für eine lebenswerte Stadt.

Momentan gründen wir eine GmbH um dann den Kaufvertrag mit der Stadt aushandeln zu können. Über die nächsten Schritte halten wir euch auf dem Laufenden.

Wir freuen uns hoffentlich bald persönlich mit Euch auf das neue Projekt anzustoßen und den neuen Ort gemeinsam mit Euch zu gestalten!

Solltet ihr Fragen, Ideen und Anregungen habt, meldet Euch jederzeit bei uns.

Bis demnächst, Eure Gütze 

Aktueller Stand – 26. 11.2020

Am Montagabend ist es soweit: die Entscheidung über das Haus Gützkower Straße 59 fällt. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft entscheidet, an wen das städtische Haus verkauft wird.

Wir haben die letzten Monate Konzepte geschrieben, verworfen, neu geschrieben, Pläne für den Hof gezeichnet, über Heizungen, Fußböden, Mietkonzepte und das Mietshäusersyndikat diskutiert. Wir haben Finanztabellen gewälzt, Steuerberater:innen befragt, uns mit Politiker:innen getroffen, Kredite ausgehandelt und uns mit Architekt:innen abgesprochen.

Wir haben uns mit vielen von euch tollen Unterstützer:innen auf einen Tee getroffen und hunderten von unserer Idee erzählt, in diesem Haus sozialen Wohnraum und einen Raum für die Nachbarschaft zu verwirklichen. Wir haben durch eure Hilfe sehr viel Geld in kurzer Zeit zusammenbekommen, so viel, dass wir dieses Haus kaufen können!

Wir haben die Besichtigungen von Investor:innen ertragen, die uns gesagt haben „Sie müssen ja noch nicht sofort ausziehen.“. Wir haben Interviews geführt, über den Stadtteil geredet und wie er sich verändert hat. Wir haben uns über die netten Nachbar:innen gefreut, die mit Ideen für die Nutzung auf uns zukamen, von Sprachen lernen bis Sportraum.

Und jetzt sitzen wir als großer Haufen von Menschen auf unserem digitalen Plenum und warten . . .

. . . warten endlich sagen zu können: Unsere Gütze! Gütze für alle!

Aktueller Stand – 02. Juni 2020

Hier auf der Homepage findet ihr laufend aktualisiert alle Informationen zu unserem Projekt. Wir sind eine Gruppe, die Lust hat in der Gützkower Straße 59 ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit öffentlichen Räumen zu gründen und langfristig bezahlbaren Wohnraum zu sichern! Inzwischen sind viele Schritte getan, das Konzept fast fertig, die Hälfte der Direktkredite eingesammelt, aber trotzdem liegt noch einiges vor uns. Uns fehlen noch rund 40.000€ Direktkredite. Bis zum 21. Juli müssen wir das Konzept mit entsprechendem Finanzierungsnachweis bei der Stadt einreichen. Damit das alles klappt, brauchen wir weiterhin euren Support. Leitet unsere Informationen gerne in eure Netzwerke, Politgruppen weiter & fragt gerne auch Freund*innen und Verwandte nach Unterstützung. Vielleicht hat ja noch eine Person, die ihr kennt, ungenutztes Geld auf der Bank zu liegen.

Bei Fragen oder Anregungen meldet euch gerne! Bis bald und solidarische Grüße,

eure Gütze 59

hoffentlich bald unser neues und altes Zuhause – die Gütze 59

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Solange wir noch am Konzept schreiben, dürft ihr gerne unseren Highscore knacken.

Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne eine E-Mail an lit-ev@posteo.de